Anpassung¶
Anpassen des Magnetspalts¶
Der Magnetspalt ist der Abstand zwischen Schwingmagnet und Anker. Der Abstand ist ab Werk eingestellt und muss nur angepasst werden, wenn ein Schwingmagnet ersetzt wurde. Zusätzlich sollte der Magnetspalt nach Montagearbeiten an den Federpaketen kontrolliert werden. Den werksseitig eingestellten Magnetspalt entnehmen Sie den technischen Daten.
Bemerkung
Bei maximaler Einstellung von 100% am Steuergerät und korrekt eingestelltem Magnetspalt darf der Magnet beim Einschalten nicht am Anker anschlagen. Sollte dies der Fall sein, sind Federn auszubauen.
Zur Einstellung des Magnetspalts müssen keine Bauteile demontiert werden.
Bemerkung
Der Magnetspalt wird mittels separat erhältlicher Magneteinstelllehre eingestellt.
Abb. 8 Beispielhafte Darstellung anhand eines Linearförderers vom Typ SLL 400-600¶
Zur Anpassung des Magnetspalts gehen Sie wie folgt vor:
Lösen Sie die Ankerbefestigungsschrauben (A) geringfügig
Führen Sie in die beiden Bohrungen (C) die Beine der Magneteinstelllehre (B) ein
Drücken Sie die beiden Ankerbefestigungsschrauben entgegen der Laufrichtung und ziehen Sie die Ankerbefestigungsschrauben wieder an
Die Magneteinstelllehre muss straff zwischen Anker und Magnet geschoben werden können, darf aber nicht verklemmen
Warnung
Entfernen Sie vor dem erneuten Einschalten die Einstellehre aus den Bohrungen, um Beschädigungen an der Komponente zu vermeiden.
Anpassen von Federpaketen¶
Warnung
Durchführung von Veränderungsmaßnahmen
Bestimmte Tätigkeiten, wie der Austausch von Blattfedern oder anderen Komponenten, dürfen nur von Fachpersonal der RNA oder nach vorheriger Absprache mit Fachpersonal der RNA und anschließender Unterweisung durchgeführt werden.
Wichtig
Nach Arbeiten an Federpaketen ist der Magnetspalt zu kontrollieren und bei Bedarf neu einzustellen.
Abb. 9 Beispielhafte Darstellung anhand eines Linearförderers SLL¶
Bemerkung
Wenn die Aufnahmeplatte des Linearförderers so gestaltet ist, dass im Bereich der Federpakete Ausfräsungen vorhanden sind, können die Federpakete ohne Demontage des Schwingers einzeln von unten ausgebaut werden.
Zur Anpassung der Federpakete bzw. deren Bestückung gehen Sie folgendermaßen vor:
Die 4 bzw. 6 oberen, seitlichen Federbefestigungsschrauben (D) herausschrauben. Anschließend kann der komplette Schwinger (A) mit montierter Transportschiene nach oben abgehoben werden
Das gewünschte Federpaket durch Lösen der unteren, seitlichen Federbefestigungsschrauben (C) ausbauen. Bei dem einlaufseitigen Federpaket muss ggf. der Schutzleiter an der unteren Federaufnahme vor Ausbau des Federpaketes entfernt werden
Das demontierte Federpaket in die Montagevorrichtung für die Federbestückung der entsprechenden Baugröße einschrauben und diese in einem Schraubstock fixieren. Bei Ein- und Ausbau der Blattfedern ist darauf zu achten, dass Zwischenplättchen zwischen den Federn montiert werden müssen
Bemerkung
Die optional erhältliche Montagevorrichtung erleichtert die Anpassung von Federpaketen.
Beim Anziehen der Federpakete ist auf eine parallele Ausrichtung zu achten. Das Ausrichten der beiden Federaufnahmen zueinander übernimmt die Montagevorrichtung. Die Federpaketschrauben sind mit einem definierten Drehmoment anzuziehen.
Anschließend das komplette Federpaket wieder einbauen
Um die alte Ausrichtung des Linearförderers wiederherzustellen, muss zunächst der Schwinger wieder aufgesetzt werden. Anschließend wird in die Justierbohrung am oberen Gegenmassenende (B) und anschließend in die Justierbohrung in der Nähe des Kontergewichts (E) jeweils ein Justierstift eingeführt, um den Schwinger auszurichten.
Wichtig
Der Justierstift (B) geht sowohl durch die Bohrung in der Gegenmasse als auch durch die Bohrung des Schwingers
Der Schwinger liegt auf dem Justierstift (E) nur auf
Nach Einstellen des gewünschten Federwinkels können die seitlichen Befestigungsschrauben (C und D) wieder mit einem definierten Drehmoment angezogen werden
Warnung
Entfernen Sie vor dem erneuten Einschalten die Justierstifte aus den Justierbohrungen.
Bemerkung
Achten Sie darauf, dass die Anzahl der Federn je Federpaket untereinander nicht um mehr als 2 bis 3 Federn abweicht.
Anzugsmomente für Federpakete SLL804Z
Federbefestigungsschraube nach DIN 912 |
M8 |
|---|---|
Drehmoment Federbefestigungsschraube [Nm] |
30 |
Drehmoment Federpaketschraube [Nm] |
30 |
Justierstift (Durchmesser/ Länge) [mm] |
8/100 |
Federwinkel und Schwerpunktwinkel¶
Um den Gleichlauf einer Transportschiene zu erreichen, muss der Federwinkel gleich eingestellt sein wie der Schwerpunktwinkel. Finden Sie in der folgenden Abbildung drei Beispiele, die das Zusammenspiel verdeutlichen.
Schwerpunktwinkel von 12,5°
Abb. 10 Prinzipdarstellung : Die Kraftrichtung der Federn wird genau auf den Schwerpunkt des Schwingers eingeleitet.¶
Folge: Die Höhenamplitude ist ein- und auslaufseitig gleich.
Federwinkel > Schwerpunktwinkel
Abb. 11 Prinzipdarstellung : Die Kraftrichtung der Federn wird vor dem Schwerpunkt des Schwingers eingeleitet.¶
Folge: Die Höhenamplitude ist im Einlaufbereich größer als im Auslaufbereich.
Federwinkel < Schwerpunktwinkel
Abb. 12 Prinzipdarstellung : Die Kraftrichtung der Federn wird hinter dem Schwerpunkt des Schwingers eingeleitet.¶
Folge: Die Höhenamplitude ist im Einlaufbereich kleiner als im Auslaufbereich.
Sind die beiden Winkel nicht gleich, ist ein ungleichmäßiger Lauf der Transportschiene gegeben. Bei sehr großen Abweichungen dieses Winkels kann die Transportschiene sogar seitliche Durchbiegungen/Schwingungen bekommen.
Die Schwerpunkte bzw. Winkel können mit folgenden Maßnahmen beeinflusst werden:
Kontergewicht (C) hinzubauen oder verschieben
Schienenlage und -höhe so wählen, damit ein günstiger Schwerpunkt entsteht
Schienengewicht so gering wie möglich gestalten, um den Schwerpunkt des Schwingers/der Nutzmasse so weit wie möglich unten zu halten
Zusatzkontergewicht am Auslaufbereich des Schwingers (B) anbauen
Federwinkel auf den Schwerpunktwinkel einstellen
Wichtig
Der Federwinkel kann bei der Komponente vom Typ SLL804Z im Bereich von 5° und 20° eingestellt werden. Ist der Schwerpunktwinkel außerhalb dieses Bereiches, ist ein Gleichlauf der Transportschiene nicht möglich. In diesem Fall müssen Veränderungen an den Gegen- und Schwingmassenschwerpunkten gemäß der oben aufgeführten Punkte erfolgen.
Anpassen des Federwinkels¶
Der Federwinkel ist der Anstellwinkel des Federpakets zur Waagerechten. Gehen Sie zur Anpassung des Federwinkels wie folgt vor:
Abb. 13 Beispielhafte Darstellung anhand eines Linearförderers vom Typ SLL 400-600¶
Fixieren Sie vor Beginn der Tätigkeit den Schwinger zur Gegenmasse. Setzen Sie an den Justierbohrungen (A) Justierstifte ein
Anschließend lösen Sie die seitlichen Federbefestigungsschrauben (B)
Stellen Sie den gewünschten Federwinkel ein und ziehen Sie die seitlichen Befestigungsschrauben mit dem entsprechenden Drehmoment an
Warnung
Entfernen Sie vor dem erneuten Einschalten die Justierstifte aus den Justierbohrungen.
Anpassen des Schwerpunktwinkels¶
Der Schwerpunktwinkel wird durch die Lage der Schwerpunkte von Schwing- und Gegenmasse bestimmt. Werden beide Schwerpunkte durch eine Linie verbunden, ergibt sich ein Winkel zur Waagerechten. Dieser Winkel sollte dem Federwinkel entsprechen, um die Kraftrichtung der Federn optimal auf die Transportschiene bzw. die Werkstücke einzubringen (siehe auch Federwinkel und Schwerpunktwinkel).
Der Schwerpunkt der Transportschiene ist durch die Konstruktion bedingt. Berücksichtigen Sie hierbei die Gestaltungsrichtlinien bei der Verwendung einer eigenen Transportschiene. Um den Schwerpunktwinkel eines bestehenden Schwingsystems anzupassen, können die Kontergewichte des Schwingantriebes an der Gegenmasse angepasst werden. Dazu gehen Sie wie folgt vor:
Verschieben Sie die einlaufseitigen Kontergewichte bzw. passen Sie deren Anzahl an
Montieren Sie auslaufseitig zusätzliche Kontergewichte am Schwinger