Abstimmung

Abstimmung des Laufverhaltens

Die Antriebe der Reihe PARU Mini sind ab Werk auf eine Standardschiene und überkritisch abgestimmt. Wenn die Schiene entsprechend den Empfehlungen ausgeführt wurde, ist keine Abstimmung am Antrieb notwendig. Mit der Standardschiene liegt die Eigenfrequenz des Antriebs zwischen 103,5Hz und 106,5Hz und der Schwingwinkel ist entlang der Schiene typischerweise von 17° auf 15° leicht fallend gestaltet. Daraus folgt auch, dass der auslaufseitige Überstand der Schiene eine Länge von 150mm über den Antrieb hinaus nicht überschreiten sollte.

Mechanische Abstimmung

Ein Feintuning des Laufverhaltens kann auf mechanischem Wege durch Hinzufügen von Kontermassen an der Unterseite des Antriebs durchgeführt werden. Damit kann eine Reduktion der Eigenfrequenz des Antriebs für leichtere Schienen erreicht werden. Ab Werk sind Kontermassen mit Durchmesser 30mm in den Höhen 5 und 15mm lieferbar. Eine 5mm Kontermasse an der Gegenmasse des PARU Mini reduziert die Eigenfrequenz um ca. 0,5Hz. Insgesamt lässt sich die Eigenfrequenz durch Kontermassen an der Gegenmasse somit um 3Hz reduzieren.

Bemerkung

Resonanzfrequenz

  • überkritisch: hier liegt die Resonanzfrequenz des Schwingsystems höher als die Erregerfrequenz

  • unterkritisch: hier liegt die Resonanzfrequenz des Schwingsystems niedriger als die Erregerfrequenz

Bemerkung

Da es einen Unterschied der Laufgeschwindigkeit zwischen beladenem und unbeladenem Schwingförderer gibt, ist in der Regel eine unterkritische Abstimmung vorzuziehen.

Bemerkung

Zunächst ist eine Grobabstimmung der Fördergeschwindigkeit (Abstimmen der Eigenfrequenz) vorzunehmen. Anschließend muss die Abstimmung des Laufverhaltens durchgeführt werden. Zum Schluss stimmen Sie die Fördergeschwindigkeit (Eigenfrequenz) endgültig ab.

Abstimmung mit frequenzgeregeltem Steuergerät

Die Abstimmung mit Hilfe der Erregerfrequenz basiert ebenfalls auf dem Grundprinzip der Resonanzkurve. Folgende Vorgehensweise ist (für Systeme ohne Schwingweitensensor) in den meisten Anwendungen ratsam:

Bemerkung

Die Bedienung von RNA-Steuergeräten entnehmen Sie bitte den Montage- und Betriebsanleitungen des jeweiligen Steuergerätes.

  1. Den A-Wert des RNA-Steuergerätes vorläufig auf ca. 60% stellen. (Strombegrenzer auf P=90%; max. 205V)

  2. Die Frequenz auf 140Hz (70 Hz) einstellen und einschalten

  3. Die Geschwindigkeit sukzessive in Richtung 100Hz (50Hz) reduzieren und das Laufverhalten permanent beobachten

  4. Wenn die Schwingmagneten anschlagen, muss der A-Wert weiter gesenkt werden. Wenn kaum Schwingungen auftreten, A-Wert erhöhen; anschließend das Herantasten (Punkt 3) wiederholen

  5. Die Resonanzfrequenz (größte Schwingamplitude) finden und ggfs. notieren

    Bemerkung

    • Wenn die Erregerfrequenz mehr als +10Hz von der in der Montage- und Betriebsanleitung angegebenen Schwingfrequenz 100Hz (50Hz) abweicht, müssen Zusatzmassen hinzugefügt werden.

    • Wenn die Erregerfrequenz mehr als -10Hz von der in der Montage- und Betriebsanleitung angegebenen Schwingfrequenz 100Hz (50Hz) abweicht, muss die Schienenmasse reduziert werden.

  6. Die Erregerfrequenz für den Betrieb wird nun über der ermittelten Resonanzfrequenz eingestellt

  7. Anschließend wird die erforderliche Schwingamplitude (Geschwindigkeit) mittels A-Wert eingestellt. Der eingestellte A-Wert sollte zwischen 70% und 80 % liegen

Warnung

Es ist darauf zu achten, dass keine 100Hz-Komponente mit 50Hz bzw. keine 50Hz-Komponente mit 100Hz betrieben wird. Die erhöhte Stromaufnahme der Komponente kann den Magneten zerstören.

Abstimmung mit Digital Motion

Schwingantriebe der RNA können auch bereits vor Auslieferung digital abgestimmt werden. Dazu betreibt die RNA, gemeinsam mit der RNA Digital Solutions GmbH, eine Plattform mit dem Namen Digital Motion. Auf dieser Plattform können eigens konstruierte Transportschienen/Toolings mit einem Antrieb der RNA „verheiratet“ und passend abgestimmt werden. Die Softwareplattform bietet die Möglichkeit, Federbestückungen, Federwinkel, Kontergewichte usw. virtuell optimal abzustimmen, um keine Zeit in der Montage zu verlieren und „Trial and Error“-Verfahren zu verhindern. Zudem gibt es die Möglichkeit, das System digital auszuwuchten.

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Abb. 5 Auswuchten eines Linearförderers mit der Plattform „Digital Motion“

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Abb. 6 Virtuelles Abstimmen eines Linearförderers mit der Plattform „Digital Motion“

Stimmen Sie Ihren RNA-Antrieb bzw. Ihr System virtuell ab und melden Sie sich unter Design for feeding an. Weiterführende Informationen erhalten Sie ebenfalls über diese Internetseite oder unseren Vertrieb.