Abstimmung

Abstimmung des Laufverhaltens

Der optimale Arbeitsbereich der Komponente liegt bei einer Reglerstellung am Steuergerät von 70-80%. Bei größeren Abweichungen (> +/-15%) sollte eine neue Abstimmung durchgeführt werden. Werkseitig werden die einzelnen Baugrößen mit einer Federpaketbestückung für ein Gewicht des Schwingaufbaus, das ca. 25% geringer ist, als das in den technischen Daten beschriebene max. Schwingaufbaugewicht und eine Laufgeschwindigkeit von 2-6 m/min ausgerüstet. Werden schwerere oder leichtere Schwingaufbauten genutzt oder wesentlich schnellere oder langsamere Transportgeschwindigkeiten gewünscht, müssen entweder das Schwingsystem in der Eigenfrequenz oder die Erregerfrequenz verändert werden. Falls eine kompakte Steuerung ohne Frequenztechnik verwendet wird (Ansteuerung mit 50Hz Netzstrom), muss zwingend mechanisch abgestimmt werden, indem Federn ein- oder ausgebaut werden (siehe Anpassen von Federpaketen). Bei einer Änderung der Federbestückung ist die Wertigkeit der unterschiedlichen Blattfederdicken zu berücksichtigen. Da die Federdicke quadratisch in die Federkraft eingeht, sind folgende Beispiele zu beachten:

  • 1.0 mm Federdicke = 1.0 N Federkraft

  • 2.0 mm Federdicke = 4.0 N Federkraft

  • 3.0 mm Federdicke = 9.0 N Federkraft

Daher hat beispielsweise eine 3.0mm dicke Blattfeder eine höhere Wertigkeit (Federkraft) als zwei 2.0mm dicke Blattfedern.

Aus diesem Grunde ist es ratsam, die End- bzw. Feinabstimmung immer mit dünnen Blattfedern vorzunehmen. Bei einem Frequenzregelgerät kann die mechanische Abstimmung in der Regel entfallen und die Erregerfrequenz wird am Steuergerät passend eingestellt (siehe Abstimmung mit frequenzgeregeltem Steuergerät).

Mechanische Abstimmung

Wenn der Schwingaufbau oder die gewünschte Fördergeschwindigkeit des Schwingantriebs wesentlich von den in den technischen Daten angegebenen Werten abweicht oder keine Frequenzsteuerung vorhanden ist, muss das Schwingsystem mechanisch abgestimmt werden.

  • Zunächst muss dafür festgestellt werden, in welchem Abstimmungsbereich sich das Schwingsystem befindet:

    • Eigenfrequenz unter 100Hz (50Hz)

    • Eigenfrequenz über 100Hz (50Hz)

  • Anschließend muss die Laufgeschwindigkeit (mit Hilfe von Amplitudenaufklebern oder Messgeräten) gemessen werden

  • Alle anderen Einstellungen/Parameter bleiben unverändert

  • Versuchsweise wird ein Kontergewicht entfernt

  • Die Laufgeschwindigkeit wird erneut gemessen

Das Ergebnis und die weitere Vorgehensweise sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt.

Veränderung nach Entfernen eines kleinen Kontergewichtes

Lage der Eigenfrequenz

Laufgeschwindigkeit soll schneller werden

Laufgeschwindigkeit soll langsamer werden

Laufgeschwindigkeit wird langsamer

> 50 bzw. 100 Hz (überkritisch)

Kontergewicht wieder anbauen, Federn ausbauen

Kontergewicht wieder anbauen, Federn einbauen

Laufgeschwindigkeit wird schneller

< 50 bzw. 100 Hz (unterkritisch)

Kontergewicht wieder anbauen, Federn einbauen

Kontergewicht wieder anbauen, Federn ausbauen

Bemerkung

Resonanzfrequenz

  • überkritisch: hier liegt die Resonanzfrequenz des Schwingsystems höher als die Erregerfrequenz

  • unterkritisch: hier liegt die Resonanzfrequenz des Schwingsystems niedriger als die Erregerfrequenz

Bemerkung

Da es einen Unterschied der Laufgeschwindigkeit zwischen beladenem und unbeladenem Schwingförderer gibt, ist in der Regel eine unterkritische Abstimmung vorzuziehen.

Bemerkung

Zunächst ist eine Grobabstimmung der Fördergeschwindigkeit (Abstimmen der Eigenfrequenz) vorzunehmen. Anschließend muss die Abstimmung des Laufverhaltens durchgeführt werden. Zum Schluss stimmen Sie die Fördergeschwindigkeit (Eigenfrequenz) endgültig ab.

Abstimmung mit frequenzgeregeltem Steuergerät

Die Abstimmung mit Hilfe der Erregerfrequenz basiert ebenfalls auf dem Grundprinzip der Resonanzkurve. Folgende Vorgehensweise ist (für Systeme ohne Schwingweitensensor) in den meisten Anwendungen ratsam:

Bemerkung

Die Bedienung von RNA-Steuergeräten entnehmen Sie bitte den Montage- und Betriebsanleitungen des jeweiligen Steuergerätes.

  1. Den A-Wert des RNA-Steuergerätes vorläufig auf ca. 60% stellen. (Strombegrenzer auf P=90%; max. 205V)

  2. Die Frequenz auf 140Hz (70 Hz) einstellen und einschalten

  3. Die Geschwindigkeit sukzessive in Richtung 100Hz (50Hz) reduzieren und das Laufverhalten permanent beobachten

  4. Wenn die Schwingmagneten anschlagen, muss der A-Wert weiter gesenkt werden. Wenn kaum Schwingungen auftreten, A-Wert erhöhen; anschließend das Herantasten (Punkt 3) wiederholen

  5. Die Resonanzfrequenz (größte Schwingamplitude) finden und ggfs. notieren

    Bemerkung

    Wenn die Erregerfrequenz mehr als +6Hz oder -3Hz von der in der Montage- und Betriebsanleitung angegebenen Schwingfrequenz 100Hz (50Hz) abweicht, müssen Federn ein oder ausgebaut werden.

  6. Die Erregerfrequenz für den Betrieb wird nun über der ermittelten Resonanzfrequenz eingestellt

  7. Anschließend wird die erforderliche Schwingamplitude (Geschwindigkeit) mittels A-Wert eingestellt. Der eingestellte A-Wert sollte zwischen 70% und 80 % liegen

Bemerkung

Schwingweitensensor

Die Abstimmung eines Schwingsystems mit Schwingweitensensor oder einem automatischen Steuergerät ohne Schwingweitensensor erfolgt anhand der Montage- und Betriebsanleitung des jeweiligen Steuergerätes.

Warnung

Es ist darauf zu achten, dass keine 100Hz-Komponente mit 50Hz bzw. keine 50Hz-Komponente mit 100Hz betrieben wird. Die erhöhte Stromaufnahme der Komponente kann den Magneten zerstören.

Abstimmung mit Digital Motion

Schwingantriebe der RNA können auch bereits vor Auslieferung digital abgestimmt werden. Dazu betreibt die RNA, gemeinsam mit der RNA Digital Solutions GmbH, eine Plattform mit dem Namen Digital Motion. Auf dieser Plattform können eigens konstruierte Transportschienen/Toolings mit einem Antrieb der RNA „verheiratet“ und passend abgestimmt werden. Die Softwareplattform bietet die Möglichkeit, Federbestückungen, Federwinkel, Kontergewichte usw. virtuell optimal abzustimmen, um keine Zeit in der Montage zu verlieren und „Trial and Error“-Verfahren zu verhindern. Zudem gibt es die Möglichkeit, das System digital auszuwuchten.

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Abb. 6 Auswuchten eines Linearförderers mit der Plattform „Digital Motion“

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Abb. 7 Virtuelles Abstimmen eines Linearförderers mit der Plattform „Digital Motion“

Stimmen Sie Ihren RNA-Antrieb bzw. Ihr System virtuell ab und melden Sie sich unter Design for feeding an. Weiterführende Informationen erhalten Sie ebenfalls über diese Internetseite oder unseren Vertrieb.